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KIs und BIG DATA

By Datenwahn

KIs- die Büchse der Pandora

Hollywood zeigt uns in immer aufwendiger werdenden Inszenierungen wie KIs unser Leben bereichern könnten, und nimmt uns sogleich die Hoffnung, dass KIs in der Lage sein werden uns zu akzeptieren. Emotionslos betrachtet sind wir Menschen unbelehrbare Kohlenstoffeinheiten mit Hang zur Überbewertung unseres Daseins.

In unzähligen Blockbustern analysieren KIs die riesigen Datenmengen, die die menschliche Zivilisation über die Jahrtausende gesammelt hat, und erkennen nüchternerweise das Muster der menschlichen Natur. Frei nach Kant: „Das Böse liegt in der Freiheit des Menschen begründet“.
So schlussfolgert die, unbestritten Intelligente, KI, Menschen sind eine Fehlkonstruktion und müssen zu ihrem eigenen Besten gezwungen werden; mit der KI an der Spitze der Nahrungskette. So werden, mit Glück, die Menschen von den KIs in einer tyrannischen Ordnung unterdrückt. Mit wenig Glück gar ausgelöscht. Die KI ist demzufolge so hochentwickelt, dass sie selbst den Akt der Schöpfung vollziehen möchte.
So lässt uns Hollywood mit der Gewissheit zurück, dass der freie Wille bei KIs ohne die Fähigkeit der emotionalen Bewertung keine gute Idee ist.

Die Sehnsucht nach Unfehlbarkeit

Die menschliche Neugier als Schmieröl von Innovation und Entwicklung erfordert Antworten. Wir möchten Wissen. Das Bedürfnis danach wird uns sehr früh in das Gedächtnis geheftet, angeblich ist Wissen ein Erfolgsvorteil.
Daher ist Google wohl die beste Bedarfserfüllung aller Zeiten und doch nur eine unendlich große Schüssel mit Buchstabensuppe. Die jeder Nutzer nach seinem Bedarf zusammenstellt. Was uns Google als Antwort liefert, ist nicht 42, aber doch die Ansammlung menschlichen Wissens und Unwissens. Große Datenmengen. Die eines definitiv mitbringen: Unwissenheit und Unsicherheit. Das sind die Wörter, die unsere Zeit am besten beschreiben. Menschen scheitern an der Menge an Informationen und daran, die Wahrheit zu erkennen, und erst recht daran, Handlungsanweisungen abzuleiten. Ist es so?

Wenn wir nicht mehr die Menge an Daten verstehen können, dann ist eine KI, die die Daten auswertet, klassifiziert und am besten eine erfolgreiche Handlungsanweisung ausgibt, doch die Lösung. Könnte eine KI das: die Wahrheit herausfiltern und sagen, was wir tun sollen?

Auch hier hat Hollywood eine Antwort parat, eine KI muss lernen und abstrahieren können. Also sollen KIs menschliche Gesichtsausdrücke lesen können. Sie sollen Ironie verstehen, sie sollen Witze als solche interpretieren… Riesige Datenmengen werden zusammengeführt und in unglaublich schneller Zeit analysiert. Das klingt nach Zukunft!
Doch dürfen wir nicht vergessen, die Datenbasis bestimmt das Ergebnis. Stellen Sie sich vor, Sie müssten einer KI erklären, was ein Mensch ist, welche Informationen würden Sie an die KI geben? Mit welcher Intention? Würden Sie z.B. alle Kriege der Menschheit weglassen oder würden Sie alle Informationen minutiös zusammentragen? Würden Sie der KI erklären, welche Kriege gut waren und welche schlecht oder… . Wissen wir Menschen, welche gut und welche schlecht waren? Das Ergebnis wird der Intention der Datenbasis folgen. Egal was Sie tun, Sie werden am Ende Ihre eigene Wahrheit übertragen. Ist es wirklich das, was wir wollen? Einige Fehlversuche in der Vergangenheit weisen schon auf die Hollywood-Szenerien hin.

BIG DATA

In aller Munde, doch was genau macht der Mittelstand mit den gesammelten Daten? Nichts!
Große Datenmengen zu verarbeiten und Muster zu erkennen, das ist heute schon möglich. Daten müssen zusammengetragen, überprüft und über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Das ist heut das größere Problem. Daran scheitern viele Unternehmen. Unsaubere Daten oder Daten sind da, werden aber nicht richtig genutzt oder unter Verschluss gehalten und anderweitig beschränkt.
Zu wenige oder unsaubere Daten nützen nichts und würden bei einer KI vielleicht zu einer falschen Schlussfolgerung führen. Sie wissen ja, was dann folgt… Die totale Vernichtung.
Trotzdem ist der Ruf nach KI auf dem Markt sehr laut. Es wird viel versprochen und Sehnsüchte werden wachgerufen.

Daten und Handlungsanweisung

Wie schon erwähnt ist die Intention von Daten ein wichtiger Faktor für die Handlungsanweisung. Was ist das Ziel? Ist das Ziel definiert, dann kann man auch daraus eine Frage formulieren.
Wird diese Frage einer nüchternen KI gestellt, deren Datenbasis auf menschlicher Fehlbarkeit basiert, dann ist die Handlungsanweisung dementsprechend. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine KI Emotionen interpretieren kann oder nicht. Eine Handlungsanweisung ist weitaus komplexer, als es KIs in unserem Jahrhundert leisten könnten.

Natürliche Intelligenz schlägt KI

Mal ehrlich, eigentlich erwarten wir doch richtig viel: Wir möchten Handlungsanweisungen, die da heißen: Dieses Produkt sollten Sie an jene Zielgruppe in diesen Umfeldern anbieten, das wird den Absatz um 80% steigern.
Was braucht man für eine solche Prognose? Eigene Erfahrungen? Einen guten Riecher? Bauchgefühl?… Einen Menschen mit echten Kontakten zur Zielgruppe, mit Beobachtungen und Interaktionen aus der realen Welt. Hier ist die KI ein echter Versager, sie hat weder eigene Erfahrungen noch einen guten Riecher noch kann sie sich auf ihr Bauchgefühl verlassen, denn da ist keines vorhanden.

Fakt ist: Die menschliche Expertise ist heute weit über der der KIS. Eine gute Datenbasis ermöglicht Voraussagen und Prognosen, die menschliche Expertise macht aus nüchternen Zahlen erfolgreiche Konzepte. Die Datenabfrage basiert dann auf einem Bedarf, aus dem Experten eine Handlungsanweisung formulieren können.